Familienstiftungen Paul Wolfgang Merkel und Werner Zeller
Unsere Familie
Dr. med. Hartmut ZELLER[1, 2]
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Name Hartmut ZELLER Titel Dr. med. Geburt 28 Aug 1942 Backnang,,,,,
Geschlecht männlich Beruf Mainz
Arzt
IinternistMerkel-Referenznummer 6-9.4.5.5.4 Tod 9 Sep 2025 Personen-Kennung I3943 Merkel-Zeller Zuletzt bearbeitet am 25 Mrz 2026
Vater Dr. med. Magnus "Friedrich" Karl ZELLER, geb. 29 Apr 1903, Backnang,,,,,
gest. 29 Aug 1946, Quesani,,Kaukasus,Sowjetunion,,
(Alter 43 Jahre) Mutter Anne BÖCKHELER, geb. 10 Apr 1905, Künzelsau,,,,,
gest. 03 Sep 1982, Tübingen,,,,,
(Alter 77 Jahre) Eheschließung 31 Aug 1933 Tübingen,,,,,
Familien-Kennung F1360 Familienblatt | Familientafel
Familie Dr. phil. Gudula ZIMMERMANN, geb. 28 Sep 1943, Aachen,,,,,
gest. 19 Feb 2024 (Alter 80 Jahre) Eheschließung 31 Jul 1970 Mainz,,,,,
Verheiratet 08 Aug 1970 Mainz,,,,,
Kinder 1. Gesperrt 2. Konrad ZELLER, geb. 30 Mrz 1973, Hofheim,Taunus,,,,
gest. 31 Mai 1975, Hofheim,Taunus,,,,
(Alter 2 Jahre)+ 3. Gesperrt + 4. Gesperrt 5. Gesperrt Familien-Kennung F1383 Familienblatt | Familientafel Zuletzt bearbeitet am 19 Dez 1998
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Fotos 
Zeller Hartmut
Dr. med. Hartmut ZELLER, Nachruf, aus Nachrichten des Martinszeller Verbands, Nr. 54, 2025, S.74
Zeller Hartmut Todesanzeige
Dr. med. Hartmut ZELLER, Todesanzeige, aus Nachrichten des Martinszeller Verbands, Nr. 54, 2025, S.76
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Notizen - ZB § 173; Zeller II 156,4; Werner III, 40; Zell (ZeK) 14-1.1.1.2.8.2.1.5.9.10.5.5.4.
Stud. Medizin Tübingen und Innsbruck;
Dr. med.;
Medizinalassistent Backnang, Stade und Frankfurt (Main);
Assistenzarzt Hofheim (Taunus) 1971, Frankfurt-Höchst 1974,
Internist in Mainz-Hechtsheim 1977; - Nachrichten des Martinszeller Verbands, Nr. 54, 2025, S.73
156.4 Dr. Hartmut Zeller, geboren 28.08.1942 in Backnang, ist am 09.09. 2025 verstorben.
Nachruf von Rudolf Leube
Es hat mich sehr gefreut, dass mich Hartmuts Kinder nach dem Trauergottesdienst gebeten haben, einen Nachruf auf meinen Cousin zweiten Grades, Hartmut Zeller, zu schreiben. Um es vorneweg zu nehmen, Hartmut ist für mich ein großes Vorbild als Arzt, dem es gelungen ist, trotz stringenter wirtschaftlicher Vorgaben den Aspekt des Helfens nie aus den Augen zu verlieren.
Hartmut wurde zwar das Arztsein durch seinen Vater Friedrich Zeller, der eine Praxis in Backnang hatte, in die Wiege gelegt. Als Jüngster von 4 Kindern kam er ein Jahr nach dem Tod des Nächstälteren, dem Jörgle, am 28.08.1942 auf die Welt. Er lernte allerdings seinen Vater, der aus russischer Kriegsgefangenschaft im Kaukasus nicht mehr zurückkam, nicht richtig kennen. Stattdessen musste er als Halbwaise mit seiner Mutter und den zwei Geschwistern aus dem Backnanger Doktorhaus ausziehen und wuchs in äußerst prekären finanziellen Verhältnissen unter der liebevollen Obhut seiner Mutter Anne im Tübinger Böcicheler-Haus auf. Der tödliche Unfall der 16jährigen Schwester Ursel 1950 war ein weiterer schwerer Schicksalsschlag, den die Familie traf. All das konnte Hartmuts Lebensoptimismus nicht dämpfen, sondern war vielmehr Motivation, die Herausforderungen des Lebens frontal anzugehen. In der Überzeugung, anderen helfen zu können und zugleich für finanzielle Sicherheit zu sorgen, entschied er sich für das Medizinstudium, das er in Tübingen und Innsbruck absolvierte. Aus der folgenden Zeit als Medizinalassistent und Arzt im Rhein-Main-Raum stammen meine frühesten Erinnerungen. Er war gern gesehener Gast in unserem Haus in Limburgerhof, wo er den 12 Jahre älteren Vetter Herbert, meinen Vater, und seine wachsende Familie besuchte. Ich erinnere mich auch noch gut an seine zukünftige Frau, die Archäologin Gudula Zimmermann. Mit ihrer Offenherzigkeit fügte sie sich auf unkomplizierte Art und Weise harmonisch in die Großfamilie ein. Ihre Hochzeit fand am 08.08.1970 in der St. Johannis-Kirche in Mainz statt. Schlag auf Schlag vergrößerte sich die Familie mit der Geburt von Burkart 1971, Konrad 1973, Ludwig 1977, Johannes 1979 und Cordula 1984. Der Tod des zweijährigen Konrad traf die junge Familie 1975 schwer.
1977 gründete Hartmut die Arztpraxis in Mainz-Hechtsheim, die er 30 Jahre betrieb. Meine Famulatur bei ihm in 1982 hat einen ganz besonders hohen Stellenwert. Das lebhafte Treiben der Jungs und die tägliche Arbeit mit den Patienten hinterließen einen prägenden Eindruck. Die Praxis war offen für eine ausgesprochen gemischte Klientel, und die Behandlungsmethoden orientierten sich an den Bedürfnissen der Patienten und nicht immer an den gesetzlichen Vorgaben. So überließ er mir an einem Wochenende, als er nicht vor Ort sein konnte, die Betreuung eines todkranken Krebspatienten. Er hatte ihn mit Pflegebett und selbstgebasteltem Infusionsständer versorgt und übertrug mir die Aufgabe, eine Infusion selbständig anzulegen. Damit verhinderte er letztendlich die Klinikeinweisung des Patienten und ermöglichte das Sterben in vertrauter häuslicher Umgebung.
Der schwere Autounfall von Hartmut im Jahr 1987, der mit einem sechswöchigen Koma und sechsmonatiger Arbeitsunfähigkeit einherging, stellte dann allerdings eine Zäsur dar, die nie vollständig kompensiert werden konnte. Der unbändige Wille, alles wie gewohnt zu meistern, war eine Herausforderung, die nicht vollumfänglich gelingen konnte. Der Lähmung des linken Beins musste letztendlich Tribut gezollt werden. Und es bedurfte ein hohes Maß an Disziplin, Lebensfreude und Schaffensdrang aufrecht zu erhalten. Ich vermute, dass die bedingungslose Unterstützung von Gudula essenziell war. Die Erfüllung seines Lebenstraums, ein eigenes Haus zu bauen, konnte er allerdings 2019 in der Nelly-Sachs-Straße noch realisieren.
Nach Abschluss meines Medizinstudiums und einer längeren Forschungsphase am Deutschen Krebsforschungszentrum kreuzten sich unsere Wege wieder, als ich mit meiner Frau Karen und unseren drei Kindern Mark, Kirsten und Erik 1996 nach Mainz zog. Es war für uns wunderbar, eine geborgene familiäre Atmosphäre vorzufinden und auf die Erfahrungen der Zellerfamilie zurückgreifen zu können. In dieser Zeit engagierte sich Hartmut vor allen Dingen in der Drogenersatztherapie. Durch regelmäßige Methadongaben in Kombination mit medizinischer und psychotherapeutischer Betreuung gelang es ihm, Drogenabhängige arbeits-und sozialfähig zu machen. Dazu musste er oft außerhalb der offiziellen Praxiszeiten zur Verfügung stehen. Für seine Familie war das sicherlich nicht sehr einfach und wohl auch nicht allzu förderlich für die Gewinnoptimierung seiner Praxis. Gegenseitige Besuche, Feste und Hausmusikabende prägten unsere über zehnjährige gemeinsame Mainzer Zeit. Die vorurteilslose Offenheit des Zellerhauses hat sich auch nach unserem Wegzug fortgesetzt. So konnte unser Jüngster zwei Jahre als Student noch in der Holzamerstraße wohnen, bevor er nach Frankfurt umsiedelte.
Den Verlust seiner lieben Frau Gudula im Februar 2024 hat Hartmut nicht mehr wegstecken können. Die Zeit im Pflegeheim auf der Frankenhöhe war nicht einfach, sodass sein Tod eine Erlösung für ihn war.
Hartmuts Lebenseinstellung war schwäbisch-christlich geprägt. Davon zeugte lebenslang nicht nur sein honorationenschwäbischer Zungenschlag, sondern auch sein Familiensinn, sein Engagement für seinen Wunschberuf und die 40jährige Tätigkeit im Hechtsheimer Kirchenvorstand, dessen Vorsitzender er lange war. Eine weitere Säule war für ihn sicherlich die Musik, die ihn von klein auf begleitete. Die Verwendung der Erbschaft seiner Mutter über 800 DM für den Erwerb einer Geige Mitte der fünfziger Jahre, das Kennenlernen von Gudula im Philharmonischen Verein, die regelmäßigen Quartettabende und die Tätigkeit als Notarzt im Konzertsaal sind nur einige Beispiele wie bestimmend die Musik für ihn und seine Familie waren.
Hartmut ist für mich ein großes Vorbild: Seine Liebe zur Musik, die ihn in allen Lebensphasen begleitet hat, seine Liebe zur Arbeit, die er als Auftrag christlicher Nächstenliebe mit Leib und Seele interpretierte, und seine Liebe zur Familie, die er lange unter einer spröden Oberfläche verbarg und erst in den letzten Lebensjahren verbalisieren konnte, sind für mich wegweisend. Ich werde mich immer an seine unglaubliche Ausstrahlung erinnern, die in jungen Jahren kein Hindernis kannte, das nicht zu meistern war. Dieser Optimismus ist trotz aller Einschränkung bis zu seinem Tod geblieben, indem er überzeugt war, das „beste für sich erreichbare Stück der Torte" bekommen zu haben. Er hat uns in der Gewissheit verlassen, dass er eingebettet ist in den von Gott beschützten Lebenszyklus, der ewig währt.
Geboren am 28. August 1942 in Backnang ✝️Verstorben am 9. September 2025 in Hechtsheim (ProSeniore Seniorenresidenz)
Heute fand der Trauergottesdienst für Herrn Dr. med. Hartmut Zeller in der evangelischen Kirchengemeinde in unserem Stadtteil Hechtsheim statt – jener Gemeinde, in der er selbst über Jahrzehnte im Kirchenvorstand aktiv war und sich mit großem Engagement für das soziale und gemeinschaftliche Leben einsetzte. Es war ein sehr schön gestalteter Gottesdienst, mit viel Musik, bewegenden Worten und liebevollen Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Menschen. Ein herzliches Dankeschön an Frau Pfarrerin Feucht-Münch für die würdevolle Gestaltung.
- ZB § 173; Zeller II 156,4; Werner III, 40; Zell (ZeK) 14-1.1.1.2.8.2.1.5.9.10.5.5.4.
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Quellen - [S8] Zeller, Gerhard, Zel-Comp.
- Gerhard Zeller, GenPlus-Datei 2007; Zeller aus Martinszell.
- [S8] Zeller, Gerhard, Zel-Comp.
